Startseite
  Vogel
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Freunde
    frau.meer
    - mehr Freunde



http://myblog.de/vogelskelett

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
stfu

Ich mag die Erfindung der Glühlampe. Sie spuckt der Sonne ins Gesicht.
Ich mag die Erfindung des Telefons. Sie nimmt den Menschen ihr Gesicht.

Die letzten Stunden, ich zähle sie nun nicht, waren nicht angenehm für mich. Ein abartiger Traum entließ mich in diesen Tag, der das zerfaserte Blau meiner Vorhänge trägt. Ich lag im Bett, ließ den heutigen Kurs aus, meine Augen taten weh vom raren Schlaf. Am Morgen schaute ich die Spiegel-TV Doku über Amokläufe und bedauerte die Existenz solcher Geschehnisse. Empfand plötzlich Empathie, neben den Opfern auch für die Täter, die an ihrer Ohnmacht und ihrem Narzissmus litten.

Ein dumpfer Schmerz trifft mich, irgendwo an meinem Ich. Mitnichten kann ich es leugnen, ich gehe durch eine Nacht. Vielleicht ist sie notwendig, um wieder zu strahlen, um für neue Leistungen bereit zu sein. In den Keller gehen und die ganzen Leichen mit hoch bringen, denn kein Mensch ist ohne eine Schattenseite. Man kann nur hoffen, dass sie keine Sichtbare ist. Dass sie zufälligerweise nicht ins Licht der Öffentlichkeit hinein ragt. Fraglich, ob man dies überhaupt zum eigenen Wohl hoffen sollte.

Als begeisterte Beobachterin von Träumen kann ich eine Verwunderung über manche Traumsymbole manchmal nicht verstecken. Wenn man Dinge träumt, über die man am Tage nie auch nur ansatzweise nachdenkt, dann kann man sich entweder über die Vielfalt, in der unterbewusste Themen dargestellt werden können, erfreuen oder sich peinlich berührt wundern, welche Laus einem über die Leber gelaufen ist. Kurz vor meinem Erwachen habe ich einem äußerst verkrampft in einem Bett liegenden Typ ziemlich lustvoll einen geblasen. Wtf. Gleich nach dem Aufstehen trank ich Wasser mit einer Eisen-Brausetablette. Eisenmangel hat man doch schnell. Ein paar Stunden später noch eine Magnesiumtablette.

Derweil kratze ich mich heute sicher noch irgendwann aus dem Zimmer und werde einkaufen gehen; nachdem ich noch ein paar Galerien schöner, feingliedriger Chart Polskis angeschaut habe. Polnische Windhunde.
19.10.10 17:11


Spam

Zurück vom Training.

 

Anbei nervt mich der Spam, der sich regelmäßig über einzelne Einträge ergießt, gewaltig. Dazu kommt die bestialisch schlechte Editiermöglichkeit von Kommentaren bei myblog. Das könnte demnächst den Wechsel des Anbieters attraktiv machen.

15.10.10 22:47


eintönig zweideutig

Im heutigen Kurs, einem Schreibkurs, fühlte ich heute vielfältige Arten um mich überflüssig zu fühlen. Ich entdeckte meine Eintönigkeit immer wieder neu. Im Schreiben, im Schweigen, sogar im Frieren. Ich verstand heute nur Bahnhof und bemerkte, dass ich mir erschreckend wenig aus äußeren Dingen mache. Mir ist es fast herzlich egal, ob ich verkannt werde. Reichlich kränklich schlurfte ich von der Uni nach Hause.

Szenenwechsel. Ich fand heute eine eMail vor. Sie beinhaltet etwas, was man wohl als unmoralisches Angebot bezeichnet. An sich prallt so etwas an mir ab, ginge das Schreiben nicht auf recht persönliche Aspekte von mir ein, ohne mich jedoch wirklich zu kennen.
Eintönig und zu jeder Schandtat bereit. Könnte ein eigenartiger Slogan sein. Dass ich eigentlich mit ein bisschen Händchen halten zufrieden wäre und mich derzeit gerne mit dialogischer Philosophie und Schwimmtechniken beschäftige, ging wohl etwas unter. Vielleicht sollte ich das beim Treffen abklären.

 

Hehe.

15.10.10 18:01


Titel und Text

Heute Abend kam ich im abendlichen Gedankenstrom auf eine Wunschäußerung meiner Eltern. Diese äußerten sie das letzte Mal etwa vor etwa 1,5 Jahren.
Sie wollten doch gerne mal Enkelkinder haben.
Das trockene Lachen, das mir bei diesem Wunsch entwischt, dürfte kälter sein als jede Eiszeit.

So. Habt ihr denn auch die nötige Vorarbeit geleistet? Wollt ihr also nach getaner Pflicht nun in elterliche Kür treten und die gütigen, von der Last der Erziehung befreiten Großeltern spielen? Eure Enkelchen betüddeln und lieb haben und die Rolle der grundgütigen Oma und Opa übernehmen?

Ich bin ein Opfer psychischer und physischer Misshandlung innerhalb meiner Kindheit gewesen. Eigentlich könnte es denkbar taktlos sein, einem ehemaligen Opfer vor zu tragen, dass es eine Mutterschaft zur eigenen Begünstigung ertragen solle. Ich will nicht missverstanden werden; Opfer zu sein, irgendwann im Leben gewesen zu sein, ist zutiefst schändlich für mich, ist weitaus peinlicher als sich öffentlich in die Hose zu machen. Die Scham und Schuld, welche eine solche Opfer-Episode ausstrahlt, ist mächtiger und unheimlicher als das Unwissen über die Größe des Alls.
Ich bin es mitnichten freiwillig, aber ich bin es.
Die Kindheit kann ich nicht kontrollieren, nicht einmal verantworten, sie ist tatsächlich ein Bereich, in dem ich einem anderen volle Schuld und Versagen zuweisen muss. Ich kann nicht einmal ernstlich verantworten, dass ich als Kind damit begann, all meine Haustiere zu quälen und zu töten; als Folge der Gewalt, mit der ich konfrontiert wurde.

Sie fragten mich nie nach meinem Privatleben. Sie reden sicher darüber, wundern sich, warum ich nichts erzähle, weshalb ich keinen Freund habe. Überhaupt wunderten sie sich stets darüber, dass nichts von mir kommt. Dass ich als Kind nicht von allein mein Zimmer aufräumte, da Ordnungssinn ihnen stets wichtig war. Tatsächlich schaffte es dieses Wundern niemals wirklich, in eine elterliche Ansprache und Führung zu münden.
Ich habe noch heute ein zartes Brandmal an der Hand; als dreijähriges Kind fasste ich an einen glühend heißen Motorradauspuff. Als ich meine Mutter viele Jahre später fragte, warum zum Teufel sie mich nicht von meinem kindlichen Vorhaben abhielt, entgegnete sie: "Du wolltest ja nicht hören".

Es verwundert mich nicht, dass ich das entgegen gesetzte Extrem meiner Eltern geworden bin. Ich bin verletzt worden und ich bleibe verletzlich, auch wenn ich das leugne und nunmehr meine Kälte zu verherrlichen versuche, die bewirkte, dass ich noch hier sitze und Pläne habe. Kinder zu haben, gehört nicht dazu. Ich maße mir nicht an, mich hin zu stellen und zu behaupten, dass ich aus meinem überlebten Leid die besseren Schlüsse zu ziehen vermöge, indem ich meinen Kindern eine bessere Kindheit bescheren möchte.
Sicherlich wäre ich die Art von Mutter, die ihre Kinder maßlos überfordert, reglementiert und ihr Privatleben auseinander nimmt.

Es tut mir leid, dass ich mir bislang kein ausgewogeneres Leben schenken konnte anstatt eines mit Selbstkasteiung und übermäßiger Selbstkontrolle. Auch Geschenke in Form von edler Schokolade an mich selbst versüßten mir mein Leben nicht, wie auch. Ich bin beinahe bindungsunfähig. Aber nur beinahe, davon bin ich noch überzeugt. Es widerstrebt mir, mich mit den falschen Dingen am Leben zu erhalten geschweige denn zufrieden stellen zu wollen. Ich bin nicht nur beschädigt worden; ich wurde auch mit Erfahrungswerten ausgestattet, die mir eine präzise Vorsicht zur Hand geben.
Vielleicht kann man es zu einer konstruktiven, reflektierten Leidensfähigkeit ausgestalten, im Bund mit der Fähigkeit, zielgerichteten Gehorsam dort an zu wenden, wo sich die Instabilität der anderen Person wie ein dunkelroter Schatten entlarvt.

Das weiß ich alles noch nicht.
14.10.10 23:23


Toast und Ei (aus trostfrei)

Mühselig ist es heute. Politische Fragen ärgern mich und ich würde nur zu gern einfach schlafen. Dauernd finde ich kleine springende Spinnen in meinem Zimmer. Das Telefon labert mich voll und überall begegne ich nur halben Ansichten. Parteien, die von der Ganzheitlichkeit träumen und schamhaft angesichts der Abwesenheit dieser in sich zusammen sinken.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, klingt es mir in den Ohren. Ich stimme dem zu. Regieren ist nicht Führen. Keine Prozentzahl offenbart das Geheimnis des Regierens. Keine Meinung ist ein Kurs, ich fühle mich nicht gut.
Schon wieder ist es so spät und ich habe den Morgen noch nicht verlassen. Das Ganze ist gar nicht verlautbar, ich schreibe mich um Kopf und Kragen. Das Ganze ist schon weg, wenn man es erklärt. Und es verliert sich zugleich im Schweigen.
14.10.10 15:07


Schlangenproduzent

Heute saß er neben Eva. Und er wollte sie testen, wollte sehen, ob sie ein Ahornblatt als Unterhose trägt. Eva vertieft sich in ihr kariertes, leeres Papier.
Evas Brüste waren mächtig und ihr Hals war kurz, wie es sich für eine Metzgerstochter ziemt.

Ihre Zunge streichelt regelmäßig in einer langsamen Wellenbewegung ihren Mundwinkel und obwohl Schreiben nicht ihre Stärke ist, malt sie eifrig Kästchen aus. Erst malt sie einen Kreis in das Kästchen, dann schraffiert sie es vertikal kugelschreiberblau. Die Worte des Redners schleichen über ihre Stupsnase hinweg.

Ihr Kopf knallt rhythmisch gegen die Toilettenwand. Nur eine Frage der Zeit war es, bis ihm seine Selbstbeherrschung wie Schweiß den Rücken runter rann. Nur noch heute. Morgen nicht mehr; sagt er der Toilettendecke über sich. Nicht mehr der selbe wird sie sein.
14.10.10 00:10


Herzgefäßtirade

Ich fresse jeden Tag das Dreifache an Immunsuppressiva, damit mein Immunsystem dich nicht verprügelt. Selbst die Mäuler der größten Riesenmuscheln sind nicht so glitschig wie deines. Mein Herzschrittmacher galoppiert im Kreis, bei deinem Anblick. Ich leg dir nen Katheter und impf dich gegen das weitere Leben, Alte.

Akut überarbeitet.
13.10.10 00:01


hinterhündischer Vorderschwund

Ich bin der Ausbund an Weiblichkeit, der sich auf einen törichten Menschen drauf setzt und diesen ins Nirwana schickt.

Mich spuckt man aus und hat mich dennoch nicht angekotzt. Ich bin die unbenutzte Kehrschaufel im Männerwohnheim. Der geschälte Rohrstock aus Rattan. Und das Riesenrad der Kleinstadt.
12.10.10 14:12


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung